“Wer einmal in Porto gelebt hat, nimmt immer ein Stück dieser besonderen Stadt mit nach Hause"
13. März 2026, Livia Schwaab
Ein neues Kapitel beginnt - Studium und Studentenleben
Im Rahmen meines Studiums an der DHBW Karlsruhe hatte ich die Chance, ein Erasmus-Semester in Porto zu verbringen. Von Mitte September bis Ende Januar durfte ich an der Hochschule ISCAP studieren, fünf Kurse belegen und dabei nicht nur ein neues Hochschulsystem, sondern auch eine völlig neue Lebenswelt kennenlernen.
Was mich gleich zu Beginn beeindruckt hat, war das außergewöhnlich starke Gemeinschaftsgefühl unter den portugiesischen Studierenden. Traditionen spielen eine große Rolle und man merkt schnell, dass sie stolz darauf sind.
Besonders auffällig sind die „Trajes“, die traditionellen schwarzen Uniformen der Studierenden. Wenn man durch die Stadt läuft und Gruppen sieht, die laut singend, lachend oder zusammen unterwegs sind, erkennt man sofort: Das sind Studierende und sie zelebrieren ihre Zugehörigkeit sichtbar.
Neue Studierende, die sogenannten „Caloiros“, durchlaufen ein Einführungsprogramm. Dieses kann sich über fast ein ganzes Jahr ziehen und beinhaltet verschiedene Aufgaben, bevor man den Traje tragen darf. Anfangs wirkt diese Tradition vielleicht etwas ungewohnt, aber sie schafft eine beeindruckend starke Gemeinschaft.
Die Vorlesungen wurden auf Englisch gehalten. Teilweise saßen wir gemeinsam mit portugiesischen Studierenden im Unterricht, während einige Kurse ausschließlich aus internationalen Studierenden bestanden. Besonders angenehm war, dass die Vorlesungen meist erst gegen 10 Uhr begannen, so konnte man morgens auch mal etwas länger liegen bleiben.
Auch das Prüfungssystem unterschied sich etwas von dem in Deutschland: Die Prüfungsleistungen bestanden meist aus mehreren kleineren Aufgaben wie Abgaben, Präsentationen oder Tests, sodass sich die Bewertung auf verschiedene Leistungsnachweise verteilte.
Wohnen im Studentenheim
Ich selbst habe während meines Aufenthalts in einem Studentenwohnheim gewohnt und die Atmosphäre dort war etwas ganz Besonderes. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern lebten Tür an Tür, teilten Küche, Alltagsmomente und kleine Abenteuer.
Man lernt unglaublich schnell neue Leute kennen, weil alle offen, neugierig und bereit sind, Neues auszuprobieren. Es gab immer jemanden, der mit zum Einkaufen ging, spontan ein Abendessen organisierte oder einfach nur bei einem Kaffee quatschen wollte.
Sehr geholfen haben auch die vielen Veranstaltungen, die sowohl ISCAP als auch die Erasmus-Organisationen angeboten haben. Vor allem in der ersten Woche wurde viel unternommen: Stadtrallyes, Kennenlernabende, Sportevents, sogar ein Surfkurs. So war es leicht, anzukommen. Zusätzlich bekam jeder Erasmus-Student einen „Buddy“, der bei organisatorischen Fragen unterstützte und einem die ersten Schritte in Porto erleichterte.
Portugal entdecken – Reisen, Natur und Kultur
Neben dem Studium hatte ich genug Zeit, das Land zu erkunden und Portugal hat mich wirklich begeistert.
Lissabon mit seinen steilen Gassen und Aussichtspunkten, Nazaré mit den berühmten riesigen Wellen, die einen sprachlos machen und das Douro Valley, das mit seinen Weinbergen aussieht wie gemalt.
Ein Highlight war definitiv meine Reise nach Madeira. Die Natur dort ist wirklich schön und bietet viele unterschiedliche Landschaften wie Klippen, Wälder und die Küste.
Mein persönliches Fazit
Wenn ich heute auf die Monate in Porto zurückblicke, merke ich, wie wertvoll diese waren. Ein Aufenthalt im Ausland bietet die Chance, neue Perspektiven zu gewinnen, andere Kulturen kennenzulernen und persönlich zu wachsen: Erfahrungen, die weit über das Studium hinaus prägend sind.
Vor allem die Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, haben diese Zeit so besonders gemacht. Viele dieser Begegnungen sind zu echten Freundschaften geworden. Vielen Dank an alle, die diese Zeit so besonders gemacht haben.
Porto hat mich geprägt, akademisch und persönlich, und ich bin unglaublich dankbar für diese Zeit. Ich kann nur jeden ermutigen, so eine Chance zu nutzen.
Mein besonderer Dank gilt Rutronik und der DHBW Karlsruhe. Ohne deren Unterstützung wäre dieses Auslandssemester nicht möglich gewesen.