Abschlussprüfungen als Auszubildende im Bereich Groß- und Außenhandel

25. Februar 2021

 

Wie läuft die Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel mit Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement generell bei Rutronik ab?

„Als ich mit meiner Ausbildung begonnen habe, erhielt ich zunächst meinen individuellen Ausbildungsplan, um zu wissen welche Abteilungen ich während meiner Ausbildung kennen lernen werde. Die Ausbildung an sich ist untergliedert in verschiedene Abteilungseinsätze und den Besuch der Berufsschule. In den Abteilungen lernt man das Team kennen, erfährt was das Geschäftsmodell der Firma Rutronik ist und arbeitet aktiv in der Abteilung mit. Der schulische Teil hat zum Ziel am Ende die Abschlussprüfungen zu bestehen. Um einen Eindruck zu gewinnen, wie diese Prüfungssituation aussehen könnte, gibt es nach der Hälfte der Ausbildung die Zwischen-prüfungen. Am Ende schreibt man dann die schriftliche Abschlussprüfung in den Fächern Betriebswirtschaftslehre, Steuerung und Kontrolle und Gesamtwirtschaft. Da ich die Zusatzqualifikation internationales Wirtschaftsmanagement gemacht habe, hatte ich noch die Fächer Englisch, Spanisch, Controlling und Außenhandel zusätzlich. Im Fach Betriebswirtschaftslehre hatte ich ein Fachgespräch und für die Zusatzqualifikation musste ich eine englische Präsentation im Bereich Außenhandel vorbereiten und diese vor der Prüfungskommission präsentieren.“

Wie haben Sie sich auf die Prüfungen vorbereitet?

„Bei der Zwischenprüfung wurden wir total ins kalte Wasser geworfen! Im Prinzip kann Stoff aus den kompletten 3 Jahren Bestandteil der Prüfung sein, wir waren zu dem Zeitpunkt der Prüfungen aber erst im 1. Ausbildungsjahr. Daher kann man sich gar nicht zu 100% darauf vorbereiten und sieht das Ergebnis dann eher als Richtungsweiser, damit man weiß wo man aktuell steht.

Seitens der Berufsschule haben wir uns alle ein Prüfungsvorbereitungsbuch gekauft und die darin enthaltenen Aufgaben auch zum Teil mit unseren Lehrern durchgesprochen. Darüber hinaus mussten wir uns einen großen Teil zu Hause selbst aneignen, da ich den Zug der 2,5-jährigen Ausbildung gewählt habe und somit mehr Stoff in einer kürzeren Zeit vermittelt bekomme. Zusätzlich wurde das ganze durch Corona noch erschwert, da wir einige Zeit gar keinen Berufsschulunterricht hatten und die Lehrer Schwierigkeiten hatten, uns den Stoff zukommen zu lassen. Sie waren dennoch bemüht uns Links oder Prüfungsaufgaben zur Verfügung zu stellen, damit die Prüfungsvorbereitung weiterhin gewährleistet werden konnte. Ich selbst habe 4 Monate vor der Abschlussprüfung begonnen meine Zusammenfassungen zu verinnerlichen und begonnen mir Fachvideos anzuschauen. Ich konnte aber auch viel aus dem Unterricht mitnehmen, weshalb ich zu Hause die Themen schnell wieder aufgearbeitet hatte.

Der IHK-Vorbereitungskurs hat mir persönlich sehr geholfen! Insgesamt hatten wir 14 Treffen, in denen nach und nach die Themenblöcke bzw. Hauptfächer durchgearbeitet wurden. In diesem Kurs konnte man gezielt Fragen stellen da die Teilnehmerzahl viel geringer war als die einer normalen Schulklasse. Das hat mir auf jeden Fall geholfen mich in den Bereichen, in denen ich mich noch nicht sicher gefühlt habe zu verbessern und mir auch ein wenig die Angst vor der Prüfung genommen. In der letzten Stunde sind wir gezielt auf die Prüfungssituation an sich eingegangen und wie man mit Black Out Situationen umgeht, bzw. Nervosität vor Prüfungen. Durch den Kurs hatte ich nun eine Vorstellung, was auf mich zukommen wird und dadurch hat sich bei mir die Nervosität im Hinblick auf die Prüfungen ein wenig gelegt.“

Inwieweit konnten Sie sich durch die erlangten Kenntnisse in den Abteilungen besser auf die Prüfungen vorbereiten?

„Neben der Unterstützung durch den Vorbereitungskurs und die Berufsschule haben mir zusätzlich auch Abteilungseinsätze geholfen, mich auf die Abschlussprüfungen besser vorzubereiten. Zum einen kam ich in der Import/Export-Abteilung häufig mit Außenhandelsthemen in Berührung und konnte so die Theorie aus dem Berufsschulunterricht direkt mit der Praxis verknüpfen, bspw. bei der Erstellung von Zollpapieren. Die Einsätze im Vertrieb oder Produktmarketing haben mir dazu verholfen, das Geschäftsmodell von Rutronik besser zu verstehen und die BWL-Themen zu verinnerlichen. Der Einsatz im Rechnungswesen, hat mich sehr gut auf die Prüfung im Fach Steuerung und Kontrolle vorbereitet.“

Wie haben Sie sich den Ablauf der Prüfungen vorgestellt und was davon hat sich bewahrheitet?

„Im Großen und Ganzen wurden wir von den Berufsschullehrern darüber aufgeklärt, wie die Prüfungen ablaufen werden. Daher wussten wir, was von uns erwartet wird und konnten uns auch mit Hilfe von Büchern und Prüfungsaufgaben, darauf vorbereiten. Die Zusatzqualifikation ist nicht so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte, da mir die Struktur nicht klar war und ich dann auch noch als erste in die Prüfung musste, war ich sehr nervös. Ich dachte wir werden über die Themen befragt, die wir auch in der Schule besprochen haben, am Ende ging es bei mir über Tourismus und nicht über ein geschäftsbezogenes Thema, auf das ich mich eher vorbereitet hatte.“

Waren Sie nervös vor den Prüfungen?

„Je näher die Prüfung kam, desto mehr habe ich an allem Möglichen gezweifelt, was ich bereits gelernt habe. Die Nervosität stieg immer weiter an und jedes Thema, dass mir in den Kopf kam habe ich erneut durchgearbeitet und überprüft, ob ich in der Prüfung auch nichts vergessen hätte. Durch den sehr starken Zusammenhalt zwischen den Auszubildenden von Rutronik hat man sich nicht mehr so allein mit der Situation gefühlt, sondern eher, dass man diese gemeinsam meistern wird!“

Hat die Coronapandemie Sie in Ihrer Prüfungsvorbereitung beeinflusst?

„Wir konnten uns in der Zeit der Prüfungsvorbereitung immer nur zu dritt treffen, obwohl wir eigentlich gerne zu sechst gelernt hätten. Als die Restriktionen stärker wurden, haben wir uns nur noch per Webex getroffen und uns dann zu sechst immer in 2er-Teams aufgeteilt und die Aufgaben bearbeitet und uns gegenseitig die Themen erklärt. Diejenigen, die ein Thema besser verstanden haben, haben es dann den anderen erklärt, die noch Rückfragen hatten.

Durch Corona hatten wir in der Berufsschule 3 – 4 Monate keinen richtigen Unterricht und mussten uns dadurch sehr viele Themen selbst erarbeiten. Darüber hinaus schwindet die Motivation, wenn man den ganzen Tag nur auf den Bildschirm starrt und es fällt schwerer sich selbst zum Lernen zu motivieren.“

Tipps für zukünftige Azubis:

  1. Offen auf die Mitarbeiter zu gehen und immer nachfragen, wenn etwas unklar ist
  2. Rechtzeitig mit der Prüfungsvorbereitung beginnen
  3. Flexibel auf Situationen reagieren und auch bei schwierigen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren