„Mailand ist eine Stadt, die nicht laut ruft, sondern leise beeindruckt – mit Eleganz, Geschichte und einem Rhythmus, der einen ganz eigenen Zauber hat.“
27. Mai 2026, Nicolai Huber DH-Student Wirtschaftsingenieurwesen
Am 24. Januar 2026 ging es für mich mit dem Flugzeug nach Mailand. Für neun Wochen durfte ich bei unseren italienischen Kollegen in der Modemetropole Mailand zu Gast sein.
Am ersten Tag meiner Reise machte ich mich voller Vorfreude und ein wenig Nervosität auf den Weg nach Italien. Der Gedanke, mehrere Wochen allein in einem fremden Land zu verbringen, in dem ich die Sprache nicht spreche, löste bei mir zunächst leichte Bauchschmerzen aus. Doch gleichzeitig überwog die Spannung darauf, neue Menschen kennenzulernen, eine neue Kultur zu erleben und beruflich wie persönlich zu wachsen.
Nach meiner Ankunft in Mailand bezog ich meine Unterkunft im ruhigen Vorort Seguro in Settimo Milanese. Diese Gegend wurde für die nächsten Wochen mein Zuhause, etwas außerhalb gelegen, aber mit guter Anbindung, sodass ich sowohl die Stadt als auch das Büro problemlos erreichen konnte.
An meinem ersten Arbeitstag stand ich schließlich vor unserem italienischen Rutronik-Gebäude. Ich wurde herzlich empfangen, und die offene, familiäre Art meiner neuen Kollegen half mir, mich schnell einzuleben. Auch wenn ich keinerlei Italienisch spreche und durchgehend auf Englisch angewiesen war, verlief die Kommunikation überraschend gut. Die Kollegen nahmen Rücksicht, waren geduldig und unterstützten mich bei allem, was anfiel.
Für die meisten beginnt der Arbeitstag meist erst um 9 Uhr, etwas, das für mich als Deutschen erneut eine Umstellung bedeutete. Am Morgen wurde ich oft eingeladen, gemeinsam einen Kaffee zu trinken. Der italienische Espresso gehört definitiv zu den Dingen, die ich zuhause vermissen werde.
Neben der Arbeit nutzte ich jede freie Minute, um die Stadt Mailand zu erkunden. Eines meiner ersten Highlights war der Mailänder Dom, ein atemberaubendes Bauwerk, dessen Detailreichtum live noch viel beeindruckender wirkt als auf Fotos. Ein weiteres großartiges Erlebnis: die Winterolympiade, welche parallel zu meinem Aufenthalt in Mailand stattfand. Ich konnte mir eine Karte für das Eishockeyspiel zwischen den USA und Finnland der Frauen und Deutschland gegen Frankreich der Frauen besorgen. Die Atmosphäre in der Milano Rho Arena, die Emotionen und der Sport machten beide Abende unvergesslich.
Zu meinen absoluten Lieblingsorten zählt das Viertel Navigli. Die Kanäle, die lebendige Stimmung und die kleinen Cafés und Restaurants sorgen für ein besonderes Flair, das man so in keiner anderen europäischen Stadt findet. Gerade abends entfaltet Navigli seinen Charme, ein Ort, den man gesehen haben muss, wenn man Mailand wirklich erleben möchte.
Die Wochen hier waren intensiv, lehrreich und unglaublich bereichernd. Auch wenn es eine Herausforderung war, ganz ohne Italienisch klarzukommen und auf Englisch zurückzugreifen, habe ich in dieser Zeit sehr viel über das Land, die Menschen, die Arbeitsweise und mich selbst gelernt. Meine freundlichen italienischen Kollegen haben mit ihrer Offenheit dazu beigetragen, dass dieser Aufenthalt zu einem unvergesslichen Teil meines dualen Studiums wurde.
Mailand, diese lebendige Mischung aus Tradition, Mode und mediterranem Lebensgefühl, wird für mich immer eine besondere Erinnerung bleiben.
Arrivederci Milano – wir sehen uns wieder!